FAQ – Schuldner

  • Ich habe von Ihnen einen Brief erhalten – was soll das?

Unser Kunde hat uns beauftragt, die von Ihnen geforderte Summe einzuziehen. Wir geben Ihnen also Gelegenheit, die Sache durch Zahlung auf unser Konto zu bereinigen.

  • Ich habe noch nie etwas mit Ihrem Auftraggeber zu tun gehabt – warum schreiben Sie mich an?

Es ist durchaus möglich, dass sich ein Fehler einschleicht, wenn wir z.B. eine neue Anschrift ermitteln. Wir sind auf die Auskünfte angewiesen, die wir z.B. von Einwohnermeldeämtern erhalten. Wenn wir einen Hans Meier in Hamburg suchen, ist es also denkbar, dass der Bearbeiter beim Einwohnermeldeamt den falschen Hans Meier heraussucht. Dies kann vermehrt dann auftreten, wenn wir Altforderungen in Bearbeitung nehmen, bei denen mehrere Adressermittlungen am Stück notwendig sind. Sollten Sie also erhebliche Zweifel haben, dass Sie der gesuchte Schuldner sind, teilen Sie uns dies bitte mit. Hilfreich ist hier, wenn Sie uns Ihr Geburtsdatum mitteilen, wann und wo Sie zuvor gewohnt haben. Falls vorhanden, erleichtert ein entsprechender Nachweis vom Einwohnermeldeamt (in Kopie) die Überprüfung. Selbstverständlich löschen wir alle uns für diesen Zweck übermittelten Daten umgehend und vollständig nach Klärung des Sachverhalts.

  • Die Sache ist bereits von mir bezahlt worden. Wie soll ich mich verhalten?

Bitte unternehmen Sie nicht nichts. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, damit die Angelegenheit geklärt werden kann. Es kann unserem Auftraggeber durchaus ein Irrtum unterlaufen sein; Eventuell sind Zahlungen nicht korrekt erfasst worden oder unsere Beauftragung und Ihre Zahlung haben sich überschnitten. Bitte teilen Sie uns dies unbedingt mit, damit wir dies überprüfen bei unserem Auftraggeber überprüfen können. Bitte übersenden Sie uns unbedingt entsprechende Zahlungsbelege.

  • Ich bezahle die ursprüngliche Forderung – warum sollte ich Ihre Gebühren bezahlen?

Kurz gesagt: Weil es das Gesetz so vorsieht. Gem. § 280 BGB sind Sie als Schuldner für die entstehenden Inkassokosten (als Verzugschaden für den Gläubiger) haftbar. Bitte beachten Sie: Wir werden die entstandenen Gebühren notfalls auch gerichtlich gegen Sie durchsetzen – selbst dann, wenn die ursprüngliche Forderung unseres Auftraggebers bereits bezahlt wurde.

  • Wie kann ich mit Ihnen Kontakt aufnehmen?

Sie können gerne das Kontaktformular auf dieser Seite nutzen. Selbstverständlich stehen Ihnen auch alle anderen Möglichkeiten offen: Telefon, Fax, Email, Post. Bitte achten Sie darauf immer unser Aktenzeichen (Verwendungszweck) anzugeben. Dieses finden Sie auf allen Schreiben von uns rechts oben unter dem Briefkopf.

  • Wohin soll ich Zahlungen leisten? Kann ich auch an den Auftraggeber direkt bezahlen?

Zahlungen leisten Sie bitte unbedingt an uns und nicht an den Auftraggeber. Die Angelegenheit wurde uns zur Bearbeitung übergeben, d.h., dass unser Auftraggeber nicht mehr überwacht, ob Sie noch Zahlungen leisten. Wenn Sie also trotzdem an den Auftraggeber zahlen, kann dies erhebliche Nachteile für Sie haben, da wir eventuell erst sehr spät von der Zahlung erfahren und so z.B. Maßnahmen der Zwangsvollstreckung nicht mehr rechtzeitig zurückgenommen werden können.

Bitte leisten Sie alle Zahlungen auf unser Konto Nr. 203 110 0 bei der Volksbank Lohne-Mühlen eG (Bankleitzahl 280 625 60). Geben Sie bitte unbedingt Ihr Aktenzeichen als Verwendungszweck mit an.

  • Kann ich die offene Forderung auch in Raten bezahlen? Besteht die Möglichkeit, einen Vergleich zu vereinbaren?

Ja. Wir geben Ihnen gerne die Chance, die bestehende Forderung Ihren Möglichkeiten entsprechend mit uns zu regulieren. Überlegen Sie sich bitte, welchen monatlichen Betrag Sie ab wann an uns zahlen können und teilen uns dies entsprechend mit.Wir werden Ihnen dann umgehend einen entsprechenden Ratenzahlungsvertrag zuschicken. Dieser beinhaltet alle notwendigen Informationen und Daten inklusive einer genauen Aufstellung der Forderung und garantiert Ihnen, dass wir keine weiteren Schritte (Zwangsvollstreckung, Mahnbescheid o.ä.) gegen Sie unternehmen, solange Sie sich an die Vereinbarung halten. Er dient also sowohl der Absicherung der Forderung unseres Auftraggebers als auch Ihrem Schutz. Sollte es keine besonderen Hinderungsgründe geben, akzeptieren wir auch kleinste monatliche Raten (ab 5,00 €). Wir berechnen Ihnen keine Kontoführungsgebühren o.ä. – jede Zahlung bringt Sie somit Ihrem Ziel näher, die Sache erledigt zu haben.

Sollten Sie kurzfristig einen größeren Teil der Forderung als Vergleich bezahlen können, teilen Sie uns dies bitte ebenfalls mit. (Welchen Betrag? Bis wann?) Wir werden Ihr Angebot dann unserem Auftraggeber vorlegen und Ihnen gegebenenfalls ein Gegenangebot machen. Auch hier gilt: Die meisten Auftraggeber sind in der Regel bereit, einen Vergleich zu vereinbaren. Kontaktieren Sie uns einfach.

  • Ist die Forderung nicht schon verjährt?

Verjährung ist kein einfaches Thema. Oft wird diese selbst von Fachleuten nicht richtig eingeschätzt, es empfiehlt sich daher immer die Prüfung im Einzelfall. Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte sich auf jeden Fall fachkundigen Rat einholen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass für noch nicht gerichtlich geltend gemachte Forderungen eine Verjährungsfrist von 3 Jahren gilt. Entscheidend ist hierbei lediglich das Kalenderjahr und immer der 31. Dezember als Stichtag. Eine Forderung aus dem Jahr 2005 (egal, ob im Januar, April oder Dezember entstanden) verjährt also am 01.01.2009. Wie gesagt: gerechnet wird ab dem 31.12. des jeweiligen Jahres, also hier 31.12.2005. Frist 3 Jahre, ergibt den 31.12.2008. Die Forderung ist somit am 01.01.2009 verjährt. Es gibt allerdings verjährungsunterbrechende Ereignisse (z.B. geleistete Teilzahlungen), welche diese Frist verlängern können.

Sofern ein vollstreckbarer Titel vorliegt, gilt die 30jährige Verjährungsfrist. Diese beginnt am Tag nach der Zustellung des Titels (hier ist also nicht der jeweils 31.12. ausschlaggebend). Wurde der Titel bspw. am 15.04.2004 zusgestellt, verjährt dieser am 16.04.2034. Auch hier gilt: Verjährungsunterbrechung z.B. durch geleistete Teilzahlungen und vor allem Zwangsvollstreckungsmaßnahmen kann diese Frist teils erheblich verlängern.

Da wir auf unser finanzielles Risiko arbeiten, können Sie sicher sein: Wenn wir Sie wegen einer Forderung anschreiben, ist diese nicht verjährt. Es steht Ihnen selbstverständlich frei, dies über Ihren Anwalt oder andere Stellen überprüfen zu lassen.

  • Ich kann den vorliegenden Vollstreckungstitel in meinen Akten nicht mehr finden – wo kann ich eine Kopie bekommen?

Sofern Sie den von uns bearbeiteten Vollstreckungstitel nicht mehr vorliegen haben, empfehlen wir Ihnen, sich beim dem Amtsgericht, dass den Titel erlassen hat, eine Kopie zu besorgen. Sie benötigen hierzu das gerichtliche Aktenzeichen des Titels sowie das Erlassdatum. Beides teilen wir Ihnen gerne mit, falls Sie diese Daten nicht mehr haben.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dazu übergehen mussten, selbst keine Titelkopien mehr anzufertigen und zu verschicken. Dies würde bei der Masse der hier bearbeiteten Vorgänge jeden Verwaltungs- und Kostenrahmen sprengen.

  • Ich habe bereits die eidesstattliche Versicherung abgegeben / ich befinde mich im Insolvenzverfahren – was muss ich tun?

Falls Sie bereits eine eidesstattliche Versicherung abgegeben haben, teilen Sie uns dies bitte mit (mit Datum und Aktenzeichen). Dies liegt in Ihrem eigenen Interesse, weil die Kenntnis von Ihrer eidesstattlichen Versicherung wahrscheinlich dazu führt, dass Kosten vermieden werden können, die Sie tragen müssten, wenn Sie in der Zukunft einmal Ihre Schulden regulieren wollen.

Sollten Sie sich bereits im Insolvenzverfahren befinden, teilen Sie uns dies bitte ebenfalls umgehend mit (mit Aktenzeichen und zuständigem Amtsgericht, Name und Anschrift des Insolvenzverwalters etc.). Wie Sie wissen, unterliegen Sie strengen Auflagen im Insolvenzverfahren. Sie riskieren womöglich, dass Ihnen die Restschuldbefreiung nicht erteilt wird, wenn Sie einzelne Gläubiger wissentlich oder versehentlich nicht informieren.

  • Was passiert, wenn ich die Forderung bezahlt habe?

Nach Eingang der Abschlusszahlung händigen wir Ihnen den oder die Vollstreckungstitel aus (sofern vorhanden), bestätigen Ihnen, dass die Angelegenheit ereldigt ist und informieren alle Beteiligten (z.B. Drittschuldner: Ihre Bank, falls eine Kontopfändung erfolgt ist, Ihren Arbeitgeber, falls eine Lohnpfändung erfolgt ist) darüber. Sofern Sie dies wünschen, erteilen wir Ihnen auch eine Löschungsbewilligung für einen eventuell vorhandenen Eintrag bei der SCHUFA.

  • Ich habe im Internet gelesen, dass…

Das Internet ist sicherlich ein wundervoller Platz, um sich zu vielen Themen schnell, umfassend und sinnvoll zu informieren.

Für die komplizierten Themen Forderung / Inkasso / Zwangsvollstreckung etc. gilt dies mit Sicherheit nicht.  Es ist teilweise haarsträubend, wenn man sich ansieht, wer dort “Ratschläge” erteilt und was dort “geraten” wird.

Wir raten Ihnen dringend davon ab, irgendwelche “Tipps” aus dem Internet als Leitfaden für Ihr Vorgehen heranzuziehen. Wir empfehlen Ihnen unbedingt, sich fachkundigen persönlichen Rat einzuholen: Erkundigen Sie sich bei einem Anwalt oder wenden Sie sich bei Fragen an die öffentliche Rechtsauskunft (kostenlos!) bei den Amtsgerichten. Wenn Sie sich an eine Schuldnerberatung wenden wollen, bedenken Sie, dass die Wartezeiten dort mitunter extrem lang sind und achten Sie unbedingt darauf, eine zertifizierte Beratungsstelle aufzusuchen.